Stop Killing Games

Hintergrund & FAQ

Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet.

HÄUFIGE FRAGEN

Betrifft das auch Multiplayer-Spiele mit „echten“ Servern?
SKG will keine Server für immer am Laufen halten. Es geht darum, dass beim Support-Ende eine Möglichkeit bestehen bleibt, weiterzuspielen – z. B. über private/Community-Server, ein End-of-Life-Patch, oder Ähnliches. Wie genau, ist Sache der Entwickler.

Ist das nicht zu vage formuliert?
Die Initiative selbst schlägt keinen fertigen Gesetzestext vor – das ist normal für EU-Bürgerinitiativen. Sie fordert die Kommission auf, tätig zu werden; die genaue Umsetzung wäre danach Sache der Gesetzgebung, mit Beteiligung von Industrie und Verbraucherschützern.

Ich bin nicht aus der EU – betrifft mich das trotzdem?
Direkt unterschreiben konnten nur EU-Bürger:innen. Eine EU-weite Regelung würde aber weltweit Standards beeinflussen (ähnlich wie bei der DSGVO) – und in den USA gibt es mit Kaliforniens „Protect Our Games Act“ bereits eine parallele Bewegung.

Warum sollten Publisher das überhaupt machen müssen?
Es geht nicht darum, jedes Feature für immer zu erhalten, sondern darum, dass ein Produkt, für das bezahlt wurde, nicht per Fernabschaltung komplett wertlos gemacht werden kann – vergleichbar mit Ansätzen gegen geplante Obsoleszenz in anderen Branchen.

KONTROVERSE

SKG ist nicht unumstritten. Die bekannteste Auseinandersetzung: Der Twitch-Streamer PirateSoftware (Jason Hall, Ex-Blizzard-Entwickler) kritisierte die Initiative ab August 2024 wiederholt als zu vage und praxisfern. Ross Scott warf ihm am 23. Juni 2025 öffentlich vor, die Initiative falsch darzustellen.

Was danach folgte, ging weit über eine sachliche Debatte hinaus: Hall wurde am 1. Juli 2025 geswattet, berichtete von zehntausenden Todesdrohungen gegen sich und sein Moderationsteam, und sein Twitch-Kanal erlebte einen rund zehnstündigen Hate-Raid (~4.000 gesperrte Accounts). Ein Spiel, an dem er beteiligt war, wurde auf Steam review-bombt. Hall entschuldigte sich zwei Tage zuvor (25. Juni) bereits für seine anfangs scharfe Wortwahl, blieb inhaltlich aber kritisch.

Zur Einordnung: Für eine Organisation der Belästigung durch SKG selbst oder Ross Scott gibt es keine Belege – sie ging von Teilen der aufgebrachten Online-Community aus, nicht von offiziellen SKG-Kanälen. Eine öffentliche Verurteilung der Belästigung durch Ross Scott konnte ich bei der Recherche allerdings auch nicht finden.

Auch von der Industrieseite kam Gegenwind: Der Branchenverband Video Games Europe nannte die Forderungen im Juli 2025 „zu teuer" und warnte vor rechtlichen Haftungsrisiken bei fanbetriebenen Servern. Eine anonyme Beschwerde wegen angeblich nicht offengelegter Finanzierung ging bei der EU ein – Ross Scott vermutete Industrie-nahe Urheber dahinter. Auch Jurist:innen wie IP-Anwalt Sergio Ferrera äußerten Bedenken zu Umsetzbarkeit und Rechtsrisiken.

Quellen: Dexerto, GameRant, Know Your Meme, Wikipedia

ZAHLEN & FAKTEN

Kreisdiagramm: Anteil von Spielen, die eine Verbindung zum Publisher benötigen – als 'At Risk', 'Dead', 'Fan Preserved' oder 'Dev Preserved' eingestuft.
Momentaufnahme aus der Community-Datensammlung der Bewegung – keine live aktualisierte Zahl, aber ein guter Eindruck vom Ausmaß des Problems.

Die vollständige, weiterhin gepflegte Liste betroffener Spiele findet sich in der öffentlichen Tabelle der Bewegung.

WIE KANN ICH HELFEN?

Die Unterschriftensammlung ist mit der Einreichung bei der EU-Kommission abgeschlossen – die Bewegung braucht jetzt vor allem Aufmerksamkeit und politischen Druck, damit aus dem Digital-Fairness-Act-Vorstoß im EU-Parlament etwas Verbindliches wird:

Alle Infos, Updates und offizielle Materialien: stopkillinggames.com